Freitag, 20. Februar 2009

Ein Apfel kommt selten allein

Damit ihr mal nen Eindruck von den Apfeldimensionen hier bekommt...


Der 400 Kilo Eimer!!!



PS: Fetischwein klingt gut, war aber leider nicht der Fall, Phil. Die vineyards sind irgendwo anders, in diesem gipsy-camp wuerden wir nur wohnen und dann halt immer irgendwo anders zur Arbeit fahren. Klo und Dusche sind dort uebrigens auch vorhanden, Dusche laesst sich allerdings nicht abschliessen. Is natuerlich kein Problem, wenn nur Maenner dort am Start sind. Da is auch son aelterer Typ, dem gammeln schon fast die Zaehne ausm Mund, der meinte er haette da alles im Blick und wuerde schon auf uns aufpassen, muessten wir keine Sorgen haben. Haha derbe! Wir haben uns nach laaaaangem Ueberlegen dagegen entschieden dort zu verweilen und werden jetzt mal ne neue Unterkunft suchen... traurig, aber wahr.
Ab Montag gehts dann wohl irgendetwas aufm Weingut fuer Stundenlohn arbeiten, so wie es im Moment ausschaut. Und morgen gehen wir auf Caravan-, Haus-, Zimmer-, whatever-Suche. Jo jo jo!

PPS: Das Alte Land ist ab jetzt Sperrzone fuer uns! Ist ja nicht so, dass wir schon mal da waren, aber wir planen nicht dort irgendwann mal hinzufahren! Koennte einen bleibenden psychischen Schaden hinterlassen. Aber schoenen Gruss an alle, die dort arbeiten muessen! :-D

Donnerstag, 19. Februar 2009

Ich bin ein Star, holt mich hier raus!

Einen wunderschoenen guten Tag die Herrschaften!

Wir haben tatsaechlich den Weg zurueck nach Hastings auf unseren Lieblings-Orchard gefunden und verweilen hier jetzt schon ueber eine Woche. Leider ist es hier nicht so grandios wie gedacht.

Nachdem wir Wellington gerockt haben, ging es ueber Palmerston North, wo wir eine Nacht im Grandma's Place waren (der Name war Programm), nach Napier, wo ebenfalls einmal genaechtigt wurde, bis nach Hastings, wo wir am vorigen Montag unseren guten alten Caravan bezogen haben. Wir waren mal wieder die ersten dort, da die Ernte erst am Montag, den 16. Februar, beginnen siollte. Wir hofften aber davor schon Arbeit zu bekommen. Vor Donnerstag wurde daraus leider nichts, wir haben die Tage aber auch so gut rumbekommen. Am Mittwoch abend haben wir Rashid vom Bus abgeholt, war schoen ihn wiederzusehen. Damit startete dann die Orchard-Reunion. Bis jetzt sind naemlich auch noch Sofi und Petr angekommen, alle wieder beieinander wie damals.
Am Donnerstag haben wir ganze 5 Stunden arbeiten koennen, irgendwelche gebogenen Naegel in Baeume reinhaemmern. Das war ein einziges rauf und runter, aber immerhin Arbeit. Leider konnte man uns damit halt nicht so lange beschaeftigen, wir waren zu flink. Am Freitag haben Clara und ich noch einmal 5 Stunden alle Raeumlichkeiten geputzt, tat mal wieder Not. Wir dachten eigentlich, dass somit unsere Arbeit fuer die Woche getan sei und das picking am Monag losgeht, aber weit gefehlt. Ueberraschenderweise kam Phil auf uns zu und teilte uns mit, dass die Arbeit am Samstag beginnt, da die Aepfel schon reif seien. Es hatte die Woche viel geregnet - seit einem Monat das erste mal wieder -, was die Aepfel zum Anlass nahmen, schnell rot und reif zu werden. Da waren wir natuerlich dabei, waren sogar schon einige andere Leute zum arbeiten da. Die ersten drei Tage apple picking wurden als Training bezeichnet und auf Stunde bezahlt, danach ging es auf die gefuerchtete contract rate, wo man pro Eimer bezahlt wird.
Der erste Tag war wie erwartet grausam. Wir hatten uns da gar keine falschen Hoffnungen gemacht, dass die Arbeit vielleicht nicht so hart sei, aber was wir jetzt hier erleben uebertrifft alle bisher bekannten Schmerzen. Am Samstag haben wir noch sehr locker gearbeitet, wenn man das als locker bezeichnen kann. Auf jeden Fall noch lockerer als jetzt. Wir haben jetzt andere Taschen, die wir tragen muessen, sind sind allerdings auch um einiges unpraktischer und stoeren einfach nur, wenn man auf die Leiter steigt. Da wird man sehr unagil. Am Samstag waren wir nach 8 Stunden harter koerperlicher Arbeit natuerlich vollkommen hinueber. Clara ist abends noch nach Napier gefahren und hat den Sonntag somit frei gehabt. Das war auch die schlauere Wahl. Ich fuer meinen Teil habe am Sonntag gearbeitet - ohne Scherz jetzt. Am Samstag kam Neville an, ob uns denn noch niemand bescheid gesagt haette, Sonntag solle auch gearbeitet werden, da die Aepfel jetzt dringend geerntet werden muessen. Nungut, habe ich mich also am Sonntag noch 6 Stunden abgequaelt, bevor ich dank Aenni einen guten Grund hatte, frueh Feierabend zu machen. Aenni wollte naemlich auch arbeiten, mit uns, in Hastings. Also sind wir grad zu dritt am Start hier, ist sehr unterhaltsam mit ihr. Wir teilen uns auch den Caravan jetzt zu dritt, da es ein kleines accomodation-Problem hier gibt. Aber ist sehr muggelich. :-)
So, damit war mein Wochenende im Gegensatz zu Claras nicht so der Knaller. Aber neue Woche, neues Glueck... traf dann leider in dieser Woche nicht zu. Am Montag wurden wir den letzten Tag pro Stunde bezahlt, wir haben schon mal spasseshalber mitgezaehlt, wie viele bins wir denn mit Aepfeln fuellen koennen. So auf vier Stueck haben wir es gebracht, wenn man bedenkt, dass ein bin 30 Dollar wert ist, war das eine ganz schoen peinliche Leistung. Da wir aber auch so schon jeden Abend total fertig waren und uns wirklich jeder Koerperteil schmerzte, war uns schleierhaft, wie wir denn die contract rate ueberstehen sollten. Alle Befuerchtungen ueber komplettes Versagen wurden dann sogleich am Dienstag zur Realitaet, als wir 'nur' 4 2/3 Eimer mit Aepfeln fuellen konnten. Mit Stundenlohn wuerde man an einem 8 Stunden-Tag um die 100 Dollar pro Nase verdienen, wenn man jetzt aufgerundete 5 bins mal 30 Dollar nimmt, kommt man nur auf 150 Dollar zusammen. D.h. 75 Dollar fuer jeden, eine grausame Leistung. Man muesste also zusammen sieben bins am Tag machen, was fuer uns ein Ding der Unmoeglichkeit ist. Wir koennen einfach keine 3500 Kilo Aepfel am Tag tragen, und das ist uns auch nicht peinlich! Es ist uns ein Raetsel, wie einige Leute hier alleine an Ende des Tages 5 Eimer voller Aepfel vorweisen koennen, unmenschlich! Und wir geben wirklich unser bestes! Heute z.b. - der 4. Tag auf contract - haben wir einen grandiosen Start hingelegt und in den Morgenstunden pro Stunde einen bin gefuellt. Stark angefangen und dann leider gegen Mittag auch stark nachgelassen, weil die Knochen einen einfach nicht mehr tragen wollen. Mehr als 6 Eimer schaffen wir einfach nicht. Es ist auch nicht so, dass wir uns keine Muehe geben, wir fangen frueh morgens um 7 Uhr an und haste nich gesehn, hilft alles nichts. Wir sind koerperliche Wracks. Wir schaetzen, dass man in dem Beutel immer so an die 20 Kilo reinbekommt. Dazu sind wir nicht geschaffen. Psychisch macht einen das uebrigens auch fertig. Wir koennen zwar noch lachen und eins kann uns keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben, ABER so geht es nicht weiter. Wir haben den Entschluss gefasst, uns einen neuen Job zu suchen. Egal was, hauptsache auf Stundenbasis. Schon ein wenig traurig, da uns es abgesehen von der Arbeit wieder richtig gut hier gefaellt. Die Leute sind nett wie eh und je, Neville hellt mit einem kleinen Kloenschnack waehrend der Arbeit unseren Tag immer wieder auf, der Caravan ist auch sehr gemuetlich. Aber tot machen wollen wir uns hier nicht, also muss wohl leider demnaechst ein Standortwechsel her. Dazu haben wir uns heute auch schon mit einem Typen in Verbindung gesetzt, der Arbeit auf einem Weingut haette. Der haette auch Unterkunft, die haben wir uns vorhin angeschaut. Das war ne Sache, interessant trifft es am ehesten. Nur Maenner, dann waren die Huehner zum Teil noch lebendig im Pappkarton und zum anderen Teil schon daneben zerteilt. Am liebsten wuerden wir ja im Caravan wohnen bleiben, doch da Tony ja leider zu wenig Platz fuer alle Arbeiter hat, wird das wohl nichts. Ob jetzt vineyard was fuer uns ist, wissen wir noch nicht. Wir planen noch diverse packhouses in der Umgebung abzuklappern und dort unser Glueck zu probieren.
Eins steht auf jeden Fall fest: Erntedank feier ich nicht mehr!

Ansonsten hoffen wir, dass unsere Karre bald mal auf Vordermann gebracht wird. Wir haben einiges an Sachen reparieren lassen, brauchten u.a. unser Warrant Of Fitness, damit wir noch fahren duerfen, dabei wurde auch unsere Hupe mal wieder funktionstuechtig gemacht und das Licht. Dachten wir zumindest, geht beides trotzdem nicht. Haha. So spielt das Leben, werden wir raklamieren gehen, waren sehr nett dort beim Caltex Workshop. Haben mit unserer Kapitaensmuetze gespielt und Fotos gemacht, wie einer sie auf hat, gibt ja auch einiges in unserem Auto zu entdecken. Naja, kleine Altersschwaeche hat der Gute, wird sich aber sicher bald fangen, damit er dann bald verkauft werden kann. Man muss ja leider langsam an die Abreise denken und etwas im Voraus planen...

So schaut es im Moment aus. Falls jemand ein Spendenkonto fuer uns errichten moechte, nur zu!
Falls Clara das Apfel-Camp verlassen soll, koennt ihr auch 0800 4 Clara waehlen.
Eins steht ohne Frage fest: Wir sind schwer geschaedigt und das Hirn schmilzt in der prallen Sonne auf dem Feld nur so dahin. Aenni stellte richtig fest: Nach muede kommt doof. Clara sagt; Nach Arbeit kommt doof. Ich sage: Kommt beides das gleiche bei raus.

Wir hoffen, dass wir durch unser Schicksal etwas Mitleid erregen konnten. Wer einen Buerostuhl hat, soll sich jetzt ruhig angesprochen fuehlen!
Und uebrigens Danke an unsere Eltern, dass wir nicht aufm Land gross geworden sind! Ich zitiere: "Mein Papa hat auch nen richtigen Job!"

Achja, eins noch:
Ich esse gerne Torte... ich esse gerne Torte... ich esse gerne Torteliiiiiiini!
Canneloni mag der Toni und die Moni Maccaroni,
doch die mag ich nicht so sehr, Tortellini muessen her!

In diesem Sinne,
Hirnschwund fuer alle und habt ein Herz fuer Clara und Ina.
Wir haben euch auch lieb!
Adieu!

Mittwoch, 4. Februar 2009

The faster you go, the bigger the mess

Moinmoin,

wir sind's noch mal! Gibt schon wieder Nachschub, fehlte ja noch ein Fotoalbum.
Das Kapitel Suedinsel ist jetzt komplett abgeschlossen, wir sind wieder in unserer Wohlfuehl-Stadt Wellington angekommen.

Die drei Tage in Blenheim mit Susi und Christl waren sehr schoen. Wir haben den Samstag genutzt, um bei 31 Grad bei strahlendem Sonnenschein und ohne eine einzige Wolke eine Weintour zu machen. Da wird Geld sparen wollten, haben wir diese dies mal zu Fuss gemacht. Der Campingplatz-Besitzer war so nett, uns auf 11 Uhr zum ersten Weingut zu fahren. Zwischen 11 und 17 Uhr haben wir dann mit guter Stimmung beachtliche sieben Weingueter abgeklappert, bis wir beim letzten einen deutschen Urlauber getroffen haben, der uns grosszuegigerweise zurueckgefahren hat. War ein grossartiger Tag ohne viele Kosten!
Sonntag war der Tag dann leider nicht mehr so dolle, weil die Sonne sich am Tag zuvor anscheinend schon verausgabt hatte und nicht mehr scheinen wollte. Wir sind dann trotzdem zum Strand gefahren und haben dort ein wenig gechillt, bis wir keine Lust mehr hatten uns vom Sand einwehen zu lassen. Somit haben wir uns denn abends nurnoch einen netten Abschiedsabend mit Susi und Christl gemacht.
Am naechsten Tag sind die beiden weitergefahren, wir haben wegen Bewoelkung den ganzen Vormittag und Mittag im Zelt verbracht, da war nichts mehr zu tun hatten. Einizges Tageshighlight war das Abschiedsessen gehen in Picton abends. Die Fahrt von Blenheim nach Picton ging schnell, um 19 Uhr kehrten wir beim Inder ein und haben lecker gespeist (lieben Gruss an Kurt), bis wir voll waren und um 21:25 Uhr bei der Faehre einchecken konnten.
An Bord haben wir versucht zu schlafen, Clara hatte auf dem Boden zwischen den Sitzen mehr Erfolg als ich im Sitz. Als wir um halb zwei Uhr nachts dann in Wellington eintrafen, wussten wir nicht recht wohin, also sind wir dort hingefahren, wo wir's kennen: In die Kelburn Parade, zu unserer alten Wohnung. Dort haben wir die restliche Nacht im Auto geschlafen, bis wir morgens um 8 Uhr im Hostel eingecheckt haben. Gestern waren wir dann den ganzen Tag dementsprechend groggy. Vormittags haben wir versucht am Strand etwas zu schlafen, aber es war ziemlich windig. Schoen war allerdings, dass wir die lokale Rugby-Mannschaft beobachten konnten, wie sie ihre gut gebauten Koerper in die Fluten stuerzen. Ansonsten ging da nicht viel ab. Wir haben uns dann nachmittags noch mit Aenni getroffen und haben abends was Feines gekocht: Kumara mit Spinat und Kuerbis. Wir werden richtig zu Feinschmeckern hier. ;-) Danach waren wir noch im Kino und haben The Spirit geguckt, was leider ueberhaupt nicht unser Fall war und wir nur sitzen blieben, weil wir nichts besseres zu tun hatten.
Heute hat es leider den ganzen Tag geregnet, was Clara zum Anlass nahm sich einen Asia-Haarschnitt machen zu lassen und ich zum shoppen gehen.
Wellington wird jetzt noch bis Freitag unsicher gemacht und dann geht es langsam zurueck Richtung Apfelbaum... die faulen Tage sind gezaehlt!

Also denn, viel Spass beim Fotos angucken!

Ein besonderer Gruss geht heute an Katja, die durch penetrante Kommentare auf sich aufmerksam machte. ;-) Vielen Dank fuer das Paket, war eine schoene Ueberraschung!

Ganz liebe Gruesse aus der Hauptstadt,
Ina und Clara Jencke

Freitag, 30. Januar 2009

Wo frueher meine Leber war, ist heute eine Minibar.

Da sind seit dem letzten Eintrag doch tatsaechlich 2 Wochen verstrichen. Wir sind uns nicht sicher, ob es sich wie gestern oder wie vor 6 Monaten anfuehlt. Denn auf der einen Seite verstreicht die Zeit hier so schnell und auf der anderen erleben wir 3mal soviel wie sonst in 2 Wochen. Ich setze einfach direkt dort an, wo wir vor 2 Wochen aufgehoert haben.

In Dunedin haben wir 2 Naechte in einem sehr gemuetlichen Hostel verbracht. Man erwaehne kostenloses Internet (langsam aber umsonst) und DragonballZ auf der Playstation zum Daddeln. Also alles was das Herz begehrt.

Dunedin ist uns sehr gut in Erinnerung geblieben aufgrund des freundlichen Hostels und der kleinen Innenstadt, die sehr schoen aufgebaut war.
Wir haben die Zeit dort genutzt, um unsere anstehenden grossen Trips vorzubuchen (Doubtful Sound und Milford Sound). Da es zusaeztlich noch Dienstag war und somit Kinotag waren wir abends in „The curious case of Benjamin Button“, den wi
r waermstens empfehlen.

Am Mittwoch wollten wir dann gar nicht so richtig aufbrechen, da es uns doch so gut im Hostel gefallen hat und somit verschob sich die Abreise auf spaeten Nachmittag. Da auf dem Weg nach Invercargil aber noch eine Peninsula besichtigt werden musste und wir den Weg allgemein stark unterschazt hatten, waren wir erst um 11 in Invercargill. Gluecklicherweise haben wir aber doch noch jemanden an der Rezeption des Top10 Holiday Parks getroffen. Es ging nur darum fuer die Nacht das Zelt aufzustellen, da wir morgens frueh die Faehre zur Steward Island nehmen wollten.
Die Muedigkeit und die positive Ueberraschung ueberhaupt noch jemanden anzutreffen, verleitete uns ein Vermoegen fuer den Zeltplatz zu bezahlen. Was wir, nachdem wir ihr das Geld uebergeben hatten und sie noch netterweise darauf hindeutete, dass es ja kalt werden wuerde, sofort bereuten.
Erbost ueber die immensen Preise des HolidayParks haben wir dann in aller Dunkelheit eine Kaesereibe mitgehen lassen. Die Erungenschaft dieses schoenen Stueckes hat dann unsere Gemueter beruhigt. So eine Kaesereibe ist wahres Gold wert. In Neuseeland ist der Kaese sehr teuer, das heisst man kauft ihn preiswert im 1Kilo Pack. Dieser wird dann fuer jegliche Zwecke benutzt, vorallem um ihn ueber Nudeln, Reis, Gemuese und Nudeln zu reiben.

Am Donnerstag wurde der Park dann in aller Fruehe verlassen, aber nicht ohne noch einen boesen Blick zurueck zu werfen.
Dann ging es auf die Faehre, die uns zu Stewart Island bringen
sollte.
Nach einer Stunde waren wir dann dort und haben einen langen Sparziergang gemacht um den Hunger anzuheitzen. Wir wollten naemlich beim Sachsen essen g
ehen. Man hatte uns naemlich von Zuhause aus informiert, das ein solcher dort auf der Insel ein Restaurant eroeffnet haette.
Dummerweise hat dieser, wie eigentlich a
lle Restaurants, erst um 6 Dinner serviert, was natuerlich fuer uns nicht gepasst hat, da wir ja schon um halb 7 die Faehre wieder zurueck gebucht hatten.
Im Grossen und Ganzen hat sich Stewart Island fuer uns leider nicht
gelohnt. Es ist eine sehr schoene und sehr unberuehrte Insel. Jedoch kann man ihre wahre Schoenheit kaum in einem 3 Stunden Sparziergang sehen. Man haette also entweder eine extra Tour buchen, die einen um die Insel zu den Pinguin-Places bringt oder halt eine mehrtaegige Wanderung machen muessen. Da beides fuer uns nicht in Frage kam, haben wir uns dann einen schoenen Platz auf der Insel gesucht und gelesen.

Wiedereinmal hatten wir uns was die Weiterfahrt anging ein wenig vertan
Wir wollten nach Manapouri, jedoch auch nur um dort einmal zu schlafen weil wir fuer den nae
chsten Tag morgens unsere Doubtful Sound Cruise gebucht hatten.
Da war guter Rat teuer, weil nochmal fuer eine einfache Uebernachtung so viel zu bezahlen, kam gar nicht in die Tuete. Problem war, dass wir jedoch s
ehr viel Kaese dabei hatten, der in unserer Kuehltasche langsam anfing zu schwitzen.
Wir sind dann in einer Nacht und Nebel Aktion zu einem anderen CampPark gefahren. Haben unsere Sachen in den Kuehlschrank gepackt dann dort im Auto geschlafen um um 6 in aller Fruehe dann wieder aus dem Park zu fliehen.
Nach noch 2 weiteren Stunden Schlaf am See haben wir uns auf den Weg zum Schiff gemacht. Dummerweise hatte es schon die ganze Nacht geregnet und morgens dann auch noch zu Gewittern angefangen.

Wir wussten zwar dass man vom Fjordland nicht besonders viel erwarten darf, was das Wetter angeht, aber wir waren dann doch ein wenig enttaeuscht.
Um zum Doubtful Sound
zu gelangen, mussten wir erst auf ein Schiff, wo uns positiv auffiel dass der Gehalt von Deutschen doch eher begrenzt war und wir hauptsaechlich mit Franzosen unterwegs waren. Vom Schiff mussten wir dann nochmal ein Stueck im Bus fahren, bis wir dann endlich da waren.Die Wolken hingen tief ueber Doubtful Sound, so dass man die meisten Spitzen der Berge links und rechts von uns kaum sehen konnte.
Es klarte dann doch noch ein wenig auf und es hat zumindest waehrend der Cruise nicht geregnet. So haben wir auf dem Hinterdeck draussen gesessen und imme
r schoen „Aaaah“ und „Ooooh“ und „Brrr ist das kalt“ gesagt.
Fuer mich war am es am beeindruckensten, als der Captain an einem Punkt alle Motoren runtergefahren hat und man die drueckende Stille Doubtful Sounds voll auf sich wirken lassen konnte. Ausser Vogelgezwitscher und das Rauschen der vielen kleinen Wasserfaelle war absolut nichts zu hoeren.

Der Captain wiess uns am Ende der Cruise auch noch da
rauf hin, dass wir noch einer der besseren Tage erwischt haetten, was uns dann auch beruhigt hat.
Auf dem Rueckweg mit dem Bus h
aben wir noch einen Stop bei einer imposant in Berg gebauten Powerstation gemacht. Die vielen Eindruecke und die vorigen zwei doch eher kurzen Naechte waren der Grund warum uns die Powerstation nicht wirklich viel Begeisterung entringen konnte.
Abends sind wir dann nach Te Anau gefahren um dort im Regen unser Zelt aufzubauen. Spass macht das nicht. Jedoch war die Zeltanlage sehr schoen und wir haben uns abends zum aufmuntern noch ein paar Nudeln gekocht.
Te Anau war allgemein sehr kalt und regnerisch. Wir waren jedoch sehr froh ueber unseren planfreien Samstag zum Ausruhen. Den Tag haben wir genutzt um uns einmal in Te Anau umzuschauen und Ina hat sich kuensterlich an meinen Haaren betaetigt.

Sonntag sollte dann die naechste Tour nach Milford Sound anstehen.
Da wurden wir dann im Towncenter vom Bus abgeholt.
Erstaunlicherweise schien die Sonne und es war sogar ein wenig warm.
Der erste Stop auf de
m Weg war dann ein Vogelpark, bei dem die meisten Voegel in ihren Kaefigen nicht zu finden waren. Unser sehr kompetente Busfahrer ging jedoch mit uns alle Kaefige ab und die Gruppe folgte ihm wie Lemminge. Kurzzeitig habe ich nach einer versteckten Kamera Ausschau gehalten, aber es schien doch alles seine Richtigkeit zu haben.
Angenehm war, dass wir nur ca 25 Leute waren, also eine sehr angenehme Gruppenanzahl.
Nach einigen weiteren Stops auf dem Weg, unter anderem dem Homo Tunnel wo wir einige wildlebende Kao Papa
geie sehen konnte, kamen wir dann um 3 Uhr am Milford Sound an. Die Sonne schien immer noch und wir haben jede Menge Postkartenartige Bilder machen koennen. Noch dazu gab es an Board einen Muffin und Kaffee und Tee fuer alle.
In Milford Sound waren im Vergleich zu Doubtful Sound zehnmal soviele Boote unterwegs. Jedoch hat es uns, was wohl an der Sonne lag, dort um einiges besser gefallen. Die Cruise selbst ist kuerzer als die in Milford Sound, aber wir haben auch dort wieder eine Seerobben Colonie sehen koennen. Die erhofften Pi
nguine und Delfine blieben leider aus.
Die Nacht wurde wieder in Te Anau im Zelt verbracht um dann am naechsten Tag nach Queenstown zu fahren. Nach einiger Suche haben wir
dann noch ein Hostel gefunden, was unseren Preisvorstellungen entsprach und nah am Towncenter war.

An dem Tag als wir angekommen sind, schien die Sonne und es war sehr schoen.
Jedoch haben wir beschlossen erstmal ins Hostel einzuziehen und unsere Waesche zu waschen, da wir vorhatten 4 Tage zu bleiben und wir uns somit am naechsten Tag die kleine Innenstadt ankucken wollten. Man muss erwaehnen, dass das Hostel den unglau
blichen Service von FreeSoup jeden Abend anbot, was uns sehr zusprach.
Am naechsten Tag war es jedoch bewoelkt und nieselig. Was all unsere Plaene von langen Sparziergaengen zu nichte machte.
Wir sind dann zur Post und haben Inas Weihnachtspacket abgeholt. Trotz des schlechten Wetters haben wir uns dann noch aufg
erafft wenigstens einmal durch die Queenstown Gaerten zu wandern um dann bei McCafe ne heisse Schokolade und die von Vera geschickten Zimtsterne zu essen.
Von da ging es dann ins Kino. Wir haben 7Pounds gekuckt, der so deprimieren
d war, dass wir anschliessend nicht mehr wirklich was mit uns anzufangen hatten.
Auf dem Weg zurueck zum Hostel haben wir dann aber Veronicka und Jan wiedergetroffen, mit denen wir damals in Hastings zusammen gearbeitet haben.
Die haben uns dann abends eine sms geschickt, ob wir uns nicht mit ihnen im IrishPub treffen wollten, was wir dankbar angenommen haben.
Es war ein sehr lustiger Abend und es war schoen, die beiden wiederzutreffen.

Der naechste Tag war leider auch wieder bewoelkt. Aber wir sind dann trotzalledem den QueenstownHill hochgewandert, was uns daran erinnert hat, dass unsere Kondition auch nicht mehr das ist was sie mal war.
Oben angekommen h
atte man einen sehr schoenen Blick ueber Queenstown und den See. Im Hostel wurde uns am Abend davor der Tipp gegeben, dass man wenn man oben in die Gondel einsteigt, die den Berg rauf und runter faehrt, man nicht kontrolliert wuerde und somit nichts bezahlen braeuchte. Gesagt getan. Die Gondelfahrt war dann auch ganz schoen aber waer definitiv nicht die 11 dollar one-way wert gewesen.
Als wir dann noch ein wenig durch die Stadt gelaufen sind, haben w
ir noch Caro und Thekla wiedergetroffen, ebenfalls zwei deutsche Maedchen, die ich in Napier kennen gelernt habe.
Die haben wir dann zu uns ins Hostel eingeladen und sind dann zusammen los um Feiern zu gehen.
Da das Wetter in Queenstown ja nicht so mitspielte wie wir das wollten, haben wir unsere Plaene geaendert und sind Donnerstag schon weiter gefahren um eine Nacht bei Lake Wanaka zu verbringen.

Seit wir in Queenstown jeden Abend mit Suppe verwoehnt wurden und wir Sandwiches nicht mehr sehen koennen, hatten wir den neuen Vorsatz jetzt doch regelmaessig zu kochen, was wir seit dem auch echt gut durchgehalten haben.

Von Lake Wanaka ging es dann an der Westkueste entlang zum Fox Glacier, den wir uns dann auch angekuckt haben.
Im Franx Josef Glacier Village wollten wir uns dann einen Schlafplatz suchen, jedoch war alles os extrem teuer, dass wir im Infocenter nach Alternativen gefragt haben.
Ne halbe stunde weiter noerdlich gab es dann ein „Hotel“, was Zeltplaetze fuer 5 Dollar die Nacht angeboten hat. Da sind wir natuerlich sofort hin.
Der Ort bestand vielleicht aus 10 Haeusern und das Hotel war leer. Wir sind dann in die Hotelbar, wo die Einheimischen bei ihrem Feierabend Bier sahsen und haben uns vorgestellt. Nachdem wir dann unser Zelt auf dem Feld hinterm Ho
tel aufgebaut haben, haben wir dann in der Kueche unser Essen aufgewaermt und der nette Koch hat uns anschliessend noch unsere Sachen abegeaschen. Das Hotel war naemlich auch noch ein Restaurant. Die Kueche hatte jedoch auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Abends haben wir es uns dann dort im Wohnzimmer gemuetlich gemacht und Fluch der Karibik gekuckt. Da wir wohl tatsaechlich die einzigen Gaeste waren, war es sehr gemuetlich dort.
Von da ging es dann weiter die Westkueste entlang mit einigen Stops in Hokitika und Greymouth um dann eine Nacht auf dem Campin
gplatz in Westport zu verbringen.
Von Westport sind wir dann nach Motueka gefahren.

Wie es in Golden Bay nicht anders zu erwarten war, war es dort Hochsommer.
Es wurde also schnell im „Happy Apple“ eingecheckt und nichts wie ab an den Strand, wo wir dann den ganzen Nachmittag verbracht haben.
Motueka hat uns dann so gut gefallen, dass wir direkt fuer 3 Naechte dort im Hostel Garten unser Zelt aufgestellt haben. Der naechste Tag wurde ebenfalls fuer massives Brutzeln und Schwimmen am Strand genutzt.
Abends haben wir dann ein aus alter Erinnerung gegrabenes Nudelrezept mit Thunfisch und Erbsen gekocht, welches sehr lecker war.

Anschliessend haben wir dann den Fernseher fuer uns in Anspruch genommen und viele Filme gekuckt. Wir haben naemlich rausgefunden, dass wenn man richtig also richtig richtig muede ist im Zelt um einiges besser einschlaeft und dann vorallem auch durchschlaeft. Also wurde immer bis in die Puppen Filme gekuckt.

Am Dienstag war dann Inas grosser Tag. Wir sind die 5 minuten zum Monueka Flughafen gefahren, von wo Ina sich dann waghalsig aus dem Flugzeug stuerzen sollte.
Es verlief alles wie geplant und wir konnten uns anschliessend eine brilliant zusammengeschnittene Dvd mit den Highlights des Sprunges ansehen.

Den Nachmittag haben wir dann genutzt um weiter noerdlich durch Takaka zum Cape Farewell zu fahren.

Am naechsten Tag sind wir dann nach Nelson gefahren und sind in der Stadt zufaellig wieder auf Thekla und Caro getroffen, die hier nach Arbeit suchen.
Nach einer 2.5 stuendigen Suche nach einem Hostel Bett sind wir etwas ausserhalb in der Naehe vom Strand doch noch fuendig geworden. Fuer mal wieder in einem richtigen Bett schlafen, hat sich die Suche dann auch gelohnt.
Den Donnerstag haben wir dann in der Stadt mit Bu
mmeln verbracht und uns mit Thekla und Caro zum Kaffee verabredet. Nachdem uns die beiden erzaehlt haben, dass sie hauptsaechlich Brot mit Aufstrich kochen, haben wir sie dann eingeladen abends in unser Hostel zu kommen, wo wir dann zusammen gross Wok gekocht haben.

Das waren jetzt die letzten zwei Wochen „kurz“ zusammen gefasst.
Heute fahren wir nach Blenheim weiter um und dort mit Susi und Christl zu treffen und am Montag nehmen wir schon wieder die Faehre auf die Nord
insel.
Urspruenglich wollten wir uns auch hier in Nelson Arbeit suchen, da aber die ersten Versuche nicht besonders erfolgreich waren, haben wir beschlossen einfach wieder in Hastings zu arbeiten. Die Zeit dort war doch, abgesehen von der Arbeit, sehr nett und gesehen haben wir auf beiden Inseln nun ja tatsaechlich auch schon alles.

Wir schicken euch ganz viel Sonne und sommerliche Gedanken nach Hause

Liebe Gruesse


Euer A-Team

Montag, 12. Januar 2009

Isch brauch gar nisch auf die Uhr zu sehn, isch weiss es, es ist zwansischuhr zehn

Moin!

Ja, die Geruechte sind wahr: Wir sind wieder auf Tour!
Man koennte jetzt noch gross ausholen und von unseren Wellington-Erlebnissen berichten, ich werde das aber zum Wohle aller mal lieber eben kurz zusammenfassen:
Wir hatten eine grossartige Zeit in unserer Bude und behalten Wellington als bisheriges Highlight unserer Reise in Erinnerung. Es war schoen, mal wieder mit Aenni, Susi und Christl abzuhaengen und mit Sofi hatten wir auch einen Riesen-Spass (liebe Grusse an dieser Stelle :-)). Es wurde geshoppt, gefeiert und relaxed bis zum Umfallen. Und selbst Sightseeing wurde gegen Ende noch einmal betrieben. Alles in allem waren das zwei herrliche Wochen!

Das Reisefieber startete dann genau vor einer Woche. Anfaenglich waren Clara und ich etwas skeptisch, ob wir nach ungefaehr zwei Monaten mit festem Zuhause ueberhaupt wieder Lust haben zu reisen. Doch die Reiselust liess nicht lange auf sich warten.
Am Montag morgen (5.1.) um 8:25 Uhr legte unsere Faehre in Wellington ab. An Bord wurde erst einmal ein ausgiebiges Nickerchen in unbequemen Sitzen gehalten (sah aus wie im Flugzeug, nur man hatte mehr Platz, was es komischerweise unbequem machte), bevor wir nach etwa zwei Stunden Fahrt der Suedinsel immer naeher kamen und durch eine traumhaft aussehende Bay-Landschaft fuhren. Nach drei Stunden waren wir in Picton angekommen, wo wir von blauem Himmel und strahlender Sonne begruesst wurden - das machte natuerlich gleich Eindruck bei uns! Somit fackelten wir nicht lange, stellten das Auto ab und legten uns ins saftig gruene Grass am Wasser. Dort ging einiges ab, Kinder spielten auf dem Riesen-Spielplatz und es wimmelte nur von Touris. Wir zeigten uns davon unbeeindruckt und haben - wie sollte es anders sein - erst mal ein wenig aufm Rasen geschlafen. Nach einem Stadtspaziergang und einem Erfrischungs-Eis ging es dann am spaeten Nachmittag weiter nach Blenheim, wo wir die Nacht in einem Hostel verbracht haben. Um das noch mal hervorzuheben: Es war mega heiss!!
Die folgenden Tage waren nicht anders, der Sommer ist voll da!
Am Dienstag mittag sind wir Richtung Sueden weiter nach Kaikoura gefahren. Auf dem Weg an der Ost-Kueste entlang boten sich uns traumhaft schoene Anblicke. U.a. gab es auf den Felsen an der Kueste Robben (oder Seehunde?!) zu bestaunen, das kannten wir bisher nur aus dem Zoo oder Heide Park. Das war super, in Kaikoura angekommen gab es noch mehr Seehunde, und auch Moewen zu sehen. Moewenkolonien gibt's da auch einige, aber die Viecher sind ja nicht so spannend. ;-) Wir wollten uns dann dort eine sheep shearing show angucken, waren allerdings viel zu frueh da. Der Besitzer von dem ganzen Spass hatte uns auf eine Tasse Tee zum Zeit ueberbruecken eingeladen, wir waren aber eher von dem Fisch-Stand an der Strasse angetan. Dort war ein kleiner Stand mit Gartentisch plus -stuehlen davor aufgebaut, wo frischer Fisch gegrillt wurde - fuer guenstig! So haben wir es uns mit top Blick aufs Meer schmecken lassen und haben uns danach das Schafe scheren reingezogen. Der Typ war total freundlich, zuerst wurden kleine Laemmchen gefuettert (kannten wir aber ja schon aus Tauranga...), und dann wurde uns mal gezeigt, wie man ein Schaf schert. War ziemlich lustig anzusehen, wie der schmaechtige Mann auf einmal so ein Riesen-Schaf am Kopf gepackt auf die Buehne zieht und das festhaelt. Sah fuer das Schaf etwas unbequem aus, aber kommen halt nur die Harten in Garten. Wir haben dann noch ein wenig was ueber Schafe gelernt, beispielsweise dass es fuer das Kilo Schafsfell 1-3 Dollar gibt, kommt drauf an ob's von unten oder oben ist... Hilft uns nur alles auch nicht weiter.
Wir haben den Nachmittag noch in Kaikoura verbracht und machten uns abends auf die Suche nach einem Campingplatz. Wir haben uns naemlich in Wellington ein Zelt gekauft, um jetzt auf der Suedinsel ein wenig an der Unterkunft zu sparen. Unser erstes Opfer war ein Campingplatz direkt am Meer (mit Robbe aufm Felsen sogar davor, alles inklusive!). Wir waren ziemlich beeindruckt von den ganzen Imperien, die andere Leute dort aufgebaut hatten. Doch nach dem erstaunlich gut verlaufenden ersten Aufbauen waren wir sehr von der Schoenheit unseres Zeltes ueberzeugt. Bevor es schlafen ging, haben wir noch einen wunderschoenen Abendhimmel bewundern koennen - begleitet von Howard Carpendales samtener Stimme. Die Nacht haben wir dann unsere 1. Lektion zum Thema campen gelernt: Baue dein Zelt nie auf steinigem Boden auf! Haette man natuerlich nach ausgiebigem Ueberlegen auch vorher selbst drauf kommen koennen, oder als die Heringe nicht so leicht im Boden zu befestigen waren, aber nein, wir lernen gerne aus unseren Fehlern. Wir wollten ausserdem mit Blick aufs Meer aufwachen, wenn wir morgens den Reissverschluss unseres Zeltes oeffnen... und dafuer hat es sich allemal gelohnt!
Am Mittwoch sind wir dann weiter nach Christchurch gefahren, wo wir uns mal wieder im Hostel einquartiert haben. Unsere Zimmergenossen waren zwar etwas gewoehungsbeduertig, aber ein richtiges Bett war ganz gut. Nachmittags haben wir einen Stadtspaziergang gemacht und die Art Gallery ausgecheckt, bis wir im Botanischen Garten im Schatten unter einem riesigen Baum gelandet sind. Weil es so ein lauer Sommerabend war, sind wir abends noch einmal durch die Stadt spaziert, haben uns am Fluss auf einer Bank niedergelassen und der Live-Musik aus der Bar hinter uns gelauscht. Das war sehr nett, die Temperaturen waren dann auch langsam aushaltbar. Den Donnerstag haben wir zum groessten Teil auch im Botanischen Garten verbracht. Auf dem Cathedral Square konnte man vorher an ein paar Marktstaenden vorbeischlendern, Clara machte einen Abstecher ins Arts Centre, aber sonst Botanischer Garten. Am spaeten Nachmittag sind wir noch nach Lyttelton gefahren, wo wir prompt nen schwedischen Backpacker (Clara sagt Norweger, man ist sich unschluessig) wiedergetroffen haben, mit dem wir damals in Hastings gepokert haben. Es zeigte sich wieder mal, dass Neuseeland sehr klein ist. Mit dem haben wir dann ein Eis gegessen und die Hamburg Sued Container vor dem Lyttelton Harbour bewundert. Den Abend haben wir dann mit Bier in Bar und Club mit guter Musik verbracht. Aber nicht zu lang, denn wir mussten fit fuer Freitag sein.
Fuer Freitag hatten wir naemlich in Akaroa die swimming with dolphins tour gebucht. Leider wollte das Wetter nicht mehr so schoen wie die Tage vorher sein, sondern nur bewoelkt. In Akaroa angekommen (sehr suess uebrigens dort, die Strassen haben fast alle franzoesische Namen) wollte die Sonne leider immer noch nicht rauskommen. Aber Tour war gebucht, also trotzdem ab in die wetsuits und ab aufs Boot. Bei stuermischer See wollten auch partout keine Delfine auftauchen - die kleinen bis zu 1,4 m langen Hektor-Delfine uebrigens, sehr einzigartig -, es schwamm nur mal ein kleiner Pinguin vorbei und irgendeine Albatross-Art haben wir auch sehen koennen. Nach einer halben Stunde Wasser ins Gesicht gespritzt bekommen, tauchten dann doch welche auf, sodass unsere Gruppe von 10 Leuten ins Wasser gelassen wurde. Die Delfine wollten aus irgendeinem Grund aber nicht naeher kommen und schwammen im grossen Bogen um uns herum. Wir kamen uns etwas bloede dort vor (die Aktion ist ein heisser Favorit fuer die duemmste Aktion des Jahres: Bei stuermischer See in eiskaltem Wasser in Neoprenanzuegen auf dem Wasser rumduempeln), die Gesamtsituation war allerdings sehr witzig. In der Gruppe hatten wir auch einen australischen Spassvogel, der uns immer zum lachen brachte - ob gewollt oder nicht. Nach gefuehlten drei Stunden im Wasser wurden wir dann wieder an Bord geholt, bekamen eine heisse Schokolade und konnten zurueck an Land heiss duschen. Und einen Teil des Preises bekamen wir auch zurueck, weil es nicht so lief wie gedacht. Wir hatten uns das zwar anders vorgestellt, aber war durchaus eine Erfahrung.
Nachdem wir noch ein Weilchen am Wasser gechillt und lecker Kumara Chips und fish gegessen hatten, sind wir weiter noerdlich von Akaroa zu einem Campingplatz in Okains Bay gefahren. Das war eine immense Anlage und es gab wieder einiges an interessanten Mobilen und Zelten zu bewundern. Nachdem wir unser Zelt mit Hausnummer 164 aufgebaut hatten, haben wir uns mit nem Bierchen an den Strand gesetzt und dem Meeresrauschen gelauscht. Wir sind uns einige: Das Camper-Leben gefaellt! Das Zelt stand die Nacht zwar auf Gras, Lektion 1 war erfolgreich, jedoch lernten wir die Nacht Lektion 2: Stelle dein Zelt windgeschuetzt auf! Es war relativ stuermisch, was den ruhigen Schlaf etwas stoerte. Wir waren trotzdem immer noch begeistert vom Zelten.
Am Samstag morgen haben wir schnell unsere sieben Sachen gepackt und sind durch eine aeusserst bergige Landschaft und ein paar zwischenzeitliche Schauer nach Lake Tekapo gefahren, was am gleichnamigen tuerkisfarbenen See liegt. Auf dem Weg haben wir einen Stop in Timaru gemacht, wo wieder mal Hamburg Sued am Start war - sehr faszinierend. In Lake Tekapo haben wir dann im Garten von einem Hostel geschlafen, mit traumhaftem Blick auf den See. Es gab auch einen wunderschoenen Vollmond zu sehen, der langsam hinter den Bergen gen Himmel stieg. Leider war es in der Nacht unmenschlich kalt, was uns zu Lektion 3 fuehrt: Sorge dafuer, dass dir nachts nicht kalt ist!
In Lake Tekapo haben wir Alexa kennengelernt, die macht hier sechs Wochen Urlaub und hat gefragt, ob wir sie mit nach Mount Cook nehmen wollen am naechsten Tag, als wir unsere Plaene austauschten. Da sie so nett war, haben wir Sonntag direkt etwas Platz im Auto gemacht. Nachdem wir mittags noch vor dem traumhaften Panorama etwas in der Sonne lagen, sind wir nachmittags dann losgetuckert. Nach einem Stop in Twizel ging es am am tuerkisfarbenen Nachbarsee entlang zum Aoraki/Mount Cook National Park - mit Blick auf den Mount Cook (der hoechste Berg Neuseelands). Alexa ist abends noch zurueck nach Twizel getrampt, weil sie am naechsten Tag den Bus nach Dunedin nehmen wollte. Wir haben es uns wieder mal aufm Campingplatz gemuetlich gemacht. Um der Kaelte vorzubeugen hatten wir Wein und Bier dabei, was gleichzeitig auch unser halbes Abendessen sein sollte, weil Clara leider ihre Essenstuete in Lake Tekapo stehen gelasen hat. Das ist ein tragischer Verlust, da dort neben elementaren Dingen wie Salz, Pfeffer und Reis auch guter deutscher Milchreis und Tuetensuppen drin waren, die jetzt leider verloren sind. Tragischerweise war dort auch das Brot drin, welches wir abends verspeisen wollten. Somit gab es nur Joghurt, Moehre, Banane und Thunfisch aus der Dose - was man halt in der Not isst. Unsere Laune wurde allerdings nur bedingt getruebt, da wir einen sehr lustigen Abend hatten. Unsere kleine Runde wurde durch einen Kiwi erweitert, der spaeter ein Feuer in seiner Pfanne machte, und drei Daenen kamen auch noch hinzu. Das war eine lustige Runde, wir hatten Spass und haben durch Shirt, drei Pullis, Hose, dicke Socken, Wolldecke und Schlafsack von der Kaelte nichts mehr gespuert. Als wir gestern morgen erwachten, war das Gras total nass vor Tau. War also keine schlechte Leistung die Nacht nicht zu frieren. Die Sonne liess dann auch nicht lange auf sich warten und schwups war es wieder total heiss. Nachdem wir uns etwas gesonnt hatten, sind wir gegen 12 Uhr weitergefahren, erst einmal in Twizel endlich etwas essen und dann weiter ueber Oamaru (Kaffeepause) bis nach Dunedn, wo wir uns jetzt mal wieder zwei Hostelnaechste goennen. Des Weiteren haben wir gestern abend auch das erste mal seit Tagen wieder warm gegesen, man freut sich langsam ja ueber die kleinen Dinge.

Wir koennen es nur wiederholen: Das Camper-Leben gefaellt und wir haben viel Spass an der Reise!
Wir hoffen, dass ihr zuhause dem Winter stand haltet und euch bald wieder ein paar Sonnenstrahlen waermen!

Sommerliche Gruesse,
die Camper

Donnerstag, 1. Januar 2009

Happy New Year!

Ein frohes neues Jahr euch allen!


Wir hoffen, ihr habt die Korken ordentlich knallen lassen und eine super Feuerwerk-Gaudi gehabt!


Wir fuer unseren Teil haben die Korken ausgiebig knallen lassen, leider ohne Feuerwerk.



2009, ab geht's!

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Merry Christmas!

Froehliche Weihnachten und ein besinnliches Weihnachtsfest wuenschen wir! Wir hoffen, dass ihr einen schoenen Heiligabend mit gutem Essen hattet und die zwei weiteren Weihnachtstage geniesst!

Wir fuer unseren Teil haben Weihnachten schon in vollen Zuegen ausgekostet! Schoener kann ein Neuseeland-Weihnachten kaum sein!
Wir haben uns ganz der Kiwi-Kultur hingegeben und erst heute am 25. Dezember richtig Weihnachten zelebriert. Den 24. haben wir erst einmal ganz entspannt angegangen. Nachdem wir die Tage vorher schon Weihnachtsgeschenke, -baum und -deko gekauft hatten, musste nur noch fuer das Essen gesorgt werden. Da wir den Plan gefasst hatten Plaetzchen zu backen und abends ein schoenes Festmahl zu bereiten, musste entsprechend gross eingekauft werden, was dank Weihnachtsstress etwas anstrengend war. Aber wir haben alles bekommen, was wir wollten, und somit konnte in der Weihnachtsbaeckerei losgelegt werden. Nachdem die erste Ladung etwas verkohlt ist, ist uns der Rest quasi hervorragend gelungen und wurde mit viel Spass und Freude verziert. Am spaeten Nachmittag kam Aenni (mit der ist Clara auch hergeflogen, bekannt aus Auckland-Zeiten) mit ner Freundin vorbei und es wurden noch Schoko Crossies selber gemacht. Nachdem dort schon ordentlich genascht wurde, ging es abends gleich weiter mit dem Essen. Waehrend Clara noch auf den letzten Druecker Weihnachtsgeschenke einpacken musste, haben Sofi und ich lecker Canneloni gefuellt mit ner Huehnchen-Ricotta-Spinat-Mische gezaubert. Das war ein 1A-Festmahl und zum Nachtisch gabs als Kroenung noch den guten Dr Oetker Schoko-Pudding aus dem Weihnachtspaket von Claras Mama.
Nach dem Essen verspuerten wir langsam etwas das Gefuehl der Muedigkeit aufsteigen, was aber mit Sekt und lautem Scooter hoeren verdraengt wurde. Bald kamen Susi und Christl vorbei, da wir die grosse Gaudi geplant hatten. Wir wollten Aenni im Hostel abholen und dann feiern gehen. Wir hatten auch ne Menge Spass, leider stellte sich im Hostel bald heraus, dass wegen Weihnachten alles dicht macht um Mitternacht. Also wurde nicht getanzt wie geplant, sondern einfach auf Aennis Zimmer und in der Lobby vom Hostel gefeiert. Ein Heiligabend, den man sicher so bald nicht vergisst!
Heute morgen habe ich mich recht frueh aus dem Bett gequaelt, da ich mal einen neuseelaendischen Gottesdienst besuchen wollte. Unsere lokale Kirche hatten wir vorher schon ausfindig gemacht. Als ich kurz in Claras und Sofis Zimmer nachgeschaut hab, ob jemand mitmoechte, aber nur grummeln hoerte, bin ich alleine los. War ne super Geschichte und nach knackigen 45 Minuten wars schon wieder vorbei. Hab noch mit Leuten aus der Reihe neben mit gesprochen und noch ein paar gute Wuensche mitbekommen und bin dann wieder zurueck zu unserer Bude. Als Sofi und Clara irgendwann wach waren, haben wir zuallererst einmal Bescherung gemacht. Ich glaube jeder war von seinen Geschenken hellauf begeistert! Und das ganz ohne irgendeinen Wunsch geaeussert zu haben. Danach wurde dann gefruehstueckt und der weitere Tag geplant. Auch wenn es weniger Wolken am Himmel haetten sein koennen, sind Clara und ich zu Wellingtons Strand nahe beim Stadtzentrum gefahren, mit Weihnachtsbaum und Bier im Gepaeck. Dort haben wir gleich lustige Leute aus England und Holland getroffen, mit denen wir den restlichen Nachmittag am Strand gesessen haben. Unglaublich, wie viele Leute sich unser Baeumchen und die Weihnachtsmuetzen fuer ein Bild borgen wollten! Wir haetten eigentlich erwartet, dass viel mehr Leute mit Muetze und Baum am Strand sitzen, aber es waren tatsaechlich nicht viele. Wir hatten auf jeden Fall viel Spass! Wir sind wirklich begeistert von unseren Weihnachten 2008. Wir haben uns bemueht, durch das Plaetzchen backen und Baum mit uns rumtragen etwas Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, ansonsten ist davon hier naemlich nicht viel zu spueren. Besinnlich ist hier wenig, da geht eher die Party. Aber dem sind wir ja bekanntlich nicht wirklich abgeneigt. ;-)

Heute abend gibts noch Reste essen von gestern, ausserdem haben wir guten Kartoffelsalat von Susi und Christl vorbeigebracht bekommen. Am Wochenende wollen wir dann aber wirklich mal in nen Club dancen gehen, es wird wieder Zeit! Aber wir haben keine Bedenken, dass das klappt.

Also dann, wir hoffen ihr habt noch schoene Weihnachtstage! Ueber jegliche Weihnachtsgruesse haben wir uns uebrigens riesig gefreut!
Wir denken an euch!

Liebe und Frieden,
George und Michael


PS: Es gibts uebrigens ein neues Fotoalbum, was euch sicherlich schon sofort ins Auge gesprungen ist. Des Weiteren haben wir dem alten 'Hawke's Bay' Album ein paar Bilder hinzugefuegt, u.a. die aussagekraeftigen der Weintour! Viel Spass beim Angucken! ;-)